Berührungsloses einbringen von Schneidfett ins Kernloch

Patent DE 10 2020 108 108 A1 (Geltinger m. | Kreitmayr S.)


Beim Gewindebohren in hochlegierten Stählen tritt in der Regel das Problem auf, dass die Schmierwirkung des maschineneigenen Kühlschmierstoffes nicht mehr ausreicht, um ein prozesssicheres Einbringen im mannlosen Betrieb zu gewährleisten. Das Gewindefräsen stellt hier selten eine dauerhafte Alternative dar. Abhilfe schafft hier die LAMA genannte Vorrichtung. Mit ihr ist es möglich, die Kernlochwand vor dem Gewindebohren mit Schneidfett zu benetzen. Ohne den laufenden Fertigungsprozess unterbrechen zu müssen. Plötzlich ist eine mannlose Fertigung auch von Gewinden in problematischen Werkstoffen möglich!

Vorteile die auf der hand liegen!

  • Mannlose Fertigung im Automatikbetrieb. Kein Anhalten des Programmlaufs zum manuellen Fetten der Kernlochbohrungen.
  • sparsame Anwendung, keine unnötige Verunreinigung des KSS
  • immer gleiche Menge
  • präzises und punktgenaues Aufbringen des Schneidfettes
  • zwei Baugrößen ermöglichen den Einsatz sowohl in Großmaschinen als auch in kleineren Bearbeitungszentren
  • unabhängig von der Spindelschnittstelle, in handelsüblichen Spannfuttern einsetzbar
  • schnelle Befüllung durch Wechselkartuschen
  • Komfort für Maschinenbediener, kein Kontakt mit Kühlschmierstoff während des Programmstopps beim Kernlochfetten

Funktion

  • Die Lama wird in eine abgedichtete Werkzeugaufnahme nach Wahl gespannt. Abgedichtet da die LAMA mit der Funktion "Luft durch die Spindel" betrieben wird.
  • Die Vorrichtung wird wie ein normales Werkzeug vermessen und in der Maschine (und evtl. CAM / Werkzeugverwaltung) angelegt
  • Das Einwechseln kann sowohl über das Werkzeugmagazin der Maschine sowie von Hand erfolgen
  • Die Einbindung in den Programmlauf ist auf mehrere Arten möglich, z.B. als Makro im CAM-System oder durch Aufruf eines in der Maschine hinterlegten Unterprogramms oder eines Labels. 
  • der eigentliche Ablauf kann folgendermaßen sein: 1.) LAMA in die Spindel einwechseln 2.) Positionierung im Kernlochzentrum, die Tiefe sollte nicht zu groß gewählt sein, um das Schneidfett am oberen Bereich der Bohrung aufzutragen 3.) aktivieren der Option "Luft durch die Spindel" mit z.B. M7, sowie anschließendes deaktivieren -> Fett wurde an die Bohrungswand gespritzt 5.) nächstes Kernloch fetten oder LAMA auswechseln 6.) Gewinde bohren. Bei Gewinden mit größerem Durchmesser kann auch an zwei der mehreren Positionen des Kernlochs Fett aufgetragen werden, indem die Spindel um einen gewünschten Winkel gedreht wird und der Vorgang "Luft durch die Spindel" wiederholt wird.

Voraussetzungen

  • Option "Luft durch die Spindel"
  • 6 Bar Druck an der Spindel

Die LAMA sowie die Kartuschen werden voraussichtlich ab mitte 2024 bei der firma thoma-tec auf anfrage erhältlich sein.